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Rundfunkarbeit

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Sonntag, 13. Dezember 2009

Zwischenruf SR1 und SR3
Unkenrufe

Manchmal hört man was, was der andere gar nicht gesagt hat und es ergibt trotzdem einen Sinn. So habe ich einmal einen Kollegen sagen hören: „Johannes der Täufer hat mit seinen Unkenrufen das Volk aufgerüttelt.“ Na ja, habe ich gedacht, so kann man es auch sagen. Denn Johannes der Täufer war ein Prophet. Er erwartete das Ende der Welt und wollte die Menschen darauf vorbereiten. Ob jeder das gerne hören wollte, weiß ich nicht. Unkenrufe, also Unglücksprophezeiungen, stehen nicht hoch im Kurs. Es wird schon nicht so schlimm werden, sagen dann die meisten und machen weiter wie immer. Das gilt allerdings so für Johannes nicht. Denn es sind keine „Unkenrufe“, die er von sich gegeben hat, sondern “Umkehrrufe“. Das war das Wort, das ich falsch verstanden hatte. Und weil er die Menschen zur „Umkehr“ aufruft, ist Johannes der Täufer eine feste Gestalt im Advent, wenn er auch nicht durch die Fußgängerzonen läuft und Geschenke verteilt. Er möchte, dass die Menschen mal still stehen, nachdenken und dann einen anderen Weg einschlagen, ihre Lebensweise korrigieren. Das kann durchaus von manchem als „Unkenruf“ verstanden werden. Was will der denn von mir, der soll mich mit seinen Sprüchen in Ruhe lassen. Dabei wollen seine Umkehrrufe nichts anderes, als eine Welt, in der es ein bisschen gerechter und liebevoller zugeht. In der Bibel hat Johannes Beispiele dafür, heute kann man sie in den Gottesdiensten der katholischen Kirche hören: Wer zu essen hat, der gebe dem etwas, der nichts hat. Wer Steuern eintreibt, soll nicht mehr nehmen, als zulässig ist. Soldaten sollen niemanden misshandeln und erpressen. „Unkenrufe“ sind diese „Umkehrrufe“ vielleicht für die, die sich ertappt fühlen. Wer den Advent ernst nimmt, für den sind sie ein Teil der Frohen Botschaft, d.h. des Evangeliums. Denn dafür wird an Weihnachten Gott Mensch: dass die Welt so wird, dass sie kein Ende fürchten muss.

 


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