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Fr, 06.04.2018

Ökumenischer Kreuzweg in Kirchberg

Kritik an sozialen Medien

Jugendliche aus Rheinböllen gestalteten eine Station

Jugendliche aus Rheinböllen gestalteten eine Station
Kirchberg/Kastellaun       „Wunderbare Bilder, wunderschöne Aktionen“, freuen sich Susanne Reuther und Clemens Fey bei der Begrüßung auf den diesjährigen ökumenischen Jugendkreuzweg. „Du bist bei mir in meiner Welt.“, beginnt Jörn Wilhelm von der katholische Jugend Simmern den Epilog. Der Hashtag # beschreibt das Suchwort oder Schlagwort. Die Doppelkreuze im Titel kennzeichnen die innere Struktur und den Aufbau des Kreuzwegmaterials, sie sind aber auch inhaltlich bedeutsam: Ein Kreuz, das für den Weg Jesu damals steht; ein Kreuz, das für den Weg Jesu heute steht. Jesu Kreuzweg führt durch mein Leben. Und verändert etwas. „Bilder können vom Hunsrück sein, überall aus den Lebenswelten der Jugendlichen“ , so Jörn Wilhelm. Interaktiv, modern und auf Wunsch auf dem Smartphone immer mit dabei: Neben Bildern, Texten und Musik gibt es beim Ökumenischen Kreuzweg der Jugend alternativ zu den gedruckten Materialien erneut eine Smartphone-App zum Mitbeten, neu gebaut, neu designed.

„Meist kommt etwas ganz anderes raus, als wir Erwachsenen erwarten. Die Gruppen haben mit Filmen, Musikeinspielungen, Ankleidepuppen, Schildern und Plakaten gearbeitet.“ so Jutta Henrich aus Kastellaun. Sie verantwortete als Ehrenamtliche den Jugendkreuzweg. Sie freut sich besonders, dass mit Konfirmanden- und Firmgruppen aus Gödenroth, Horn, Bell, Kastellaun, Beltheim und Buch alle Stationen aktiv gestaltet wurden.

In Kirchberg übernimmt die evangelische Jugend Rheinböllen die erste Station. Wie Menschen Menschen sehen: Ein Penner soll sich lieber mal verpissen, wie schlimm jemand drauf sein muss, der alleine im Sandkasten spielt, wie der wieder aussieht oder Asylanten, wie die schon wieder grinsen. Offen sprechen die Jugendlichen an, wie rasch verurteilen auf der Tagesordnung steht. Dazu zählt auch das Beurteilen von Menschen in den sozialen Medien. Das Äußere steht zu oft im Mittelpunkt. Die evangelische Jugend aus Neuerkirch beschreibt, wie schnell es gehen kann, ausgelacht und ausgeschlossen zu werden. Vom Held zum Opfer, mit dem sie nichts mehr zu tun haben wollen. Statt über andere zu spotten, wünschen sich die Jugendlichen mehr Kraft für Zivilcourage. An der dritten Station steht die Auseinandersetzung von Schülern in einem Chat im Mittelpunkt. Sie werfen sich gegenseitig immer wieder Aussagen vor, ohne sich verstehen zu können. Dabei setzen sie sich für „Frieden“ und Flüchtlinge ein.

In den Räumen der freien evangelischen Gemeinde kommen die Besucher zur vierten und fünften Station zusammen. In der vierten Station fragten sich die Vertreter der freien evangelischen Gemeinde, was für uns anstößig wirken kann, was uns ein Anstoß sein kann, was wir verändern können.  Genauer hin zu schauen, auf die Bedürfnisse anderer, auf das Handeln von Mensch zu Mensch zu achten.
 
Sehr intensiv war die Vorbereitung einer Gruppe der Hunsrückschule. Zum ersten Mal beteiligte sich in den Jahrzehnten des Kreuzwegs eine Schülergruppe. Sie befassten sich mit allen Stationen in ihren Treffen. Zu ihrem Thema drehten sie ein kurzes Video. Der Film erzählt intensiv und persönlich die Erfahrung ein Kreuz zu tragen aus Sicht eines Schülers. Die Gruppe entschloss sich, das Video nicht zu veröffentlichen. Dennoch zeigten die Jugendlichen mit einem eigenen Bild, was es für sie bedeutet, ein Kreuz zu tragen. Wie intensiv ihre Erarbeitung war, brachte auch das Bild zum Ausdruck, das Yvonne Pabst und Ute Wolf El Gaz vorstellten. Eine bemerkenswerte Auseinandersetzung, wie die Gespräche im Anschluss belegten.

Etwas aus dem Leben ans Kreuz zu nageln und der zerreissende Vorhang stehen im Mittelpunkt der Station der katholischen Jugend Rheinböllen. Mit dem Riß im Vorhang wurde ihnen eine Barriere genommen. Grundlegendes hat sich für sie verändern können. Ein leerer Stuhl steht für den Tod eines Freundes in der siebten Station. Für die Jugendlichen aus Kirchberg bleibt mit dem Tod ein leerer Platz zurück. Sie fragen sich, wie Abschied nehmen gelingt und verbreiten die Zuversicht: ein Teil von ihm bleibt

Musikalisch gestaltet wurde der Jugendkreuzweg von #Changes. Ganz traditionell fließt die Kollekte an die 1851 gegründete Schule für Mädchen unterschiedlicher Religionen in Palästina.
Traditionell kommen im Anschluss alle Aktiven zu Tee und Gebäck zusammen.