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Mi, 02.11.2016

Pater Floribert sagt Danke!

Sternsinger sammeln seit vielen Jahren für Schule im Kongo

Zeit um sich zu bedanken nahm sich Pater Floribert für die Sternsinger der Pfarreiengemeinschaft

Zeit um sich zu bedanken nahm sich Pater Floribert für die Sternsinger der Pfarreiengemeinschaft
Rheinböllen    Seit vielen Jahren ziehen über 200 Kinder der Pfarreiengemeinschaft Rheinböllen von Haus zu Haus, um bei der Sternsingeraktion die Segenswünsche für das neue Jahr zu überbringen. Seit 2010 sammeln sie hierbei auch Geld um das College Mwanga, eine Schule mit 1850 Schülern in Goma in der Demokratischen Republik Kongo zu unterstützen. Grund genug für Pater Dr. Floribert Malemo, dem Leiter der Schule, sich anlässlich seiner Urlaubsvertretung für Pastor Mai persönlich bei den Kindern zu bedanken.

So hatten die Verantwortlichen der Sternsingeraktion der Pfarreiengemeinschaft speziell Kinder eingeladen, um ihnen zu zeigen für was sie in den letzten Jahren so fleißig gesammelt haben. Schnell kamen die Kinder mit Pater Floribert Malemo ins Gespräch und er zeigte ihnen zunächst Bilder der Lebenssituation der Menschen in seiner Heimat. Es gibt viele Unterschiede zwischen den Menschen im Kongo und Deutschland. Die Häuser sind einfache Lehmhütten und es gibt keinen Stromanschluss. Das Essen wird am offenen Feuer gekocht und es wird ohne Besteck gegessen. Als Hauptgericht gibt es vor allem Bohnen, die entweder mit Reis, Kartoffeln, Maniok oder gekochten Bananen gegessen werden.

Nur 10 % haben ein Auto, die Straßen verwandeln sich insbesondere in der Regenzeit zu Schlammwegen. Die Schüler müssen zu Fuß einen bis zu 7 km langen Fußweg zurücklegen. Durch Spendengelder wurden zwei Schulbusse gekauft, damit wenigsten die Schüler die den weitesten Schulweg haben zur Schule gebracht werden können. Die 1000 Jungen und 850 Mädchen des College Mwanga tragen Schuluniformen und müssen alle kurze Haare tragen: „Es ist sehr schwierig die Haare der Kinderzu pflegen, deshalb schicke ich alle Kinder bevor sie zu uns in die Schule kommen zum Friseur“, begründet Floribert Malemo diese Maßnahme.

Der Staat fördert keine Schulbildung. So müssen die Eltern 220 Dollar pro Kind pro Jahr beahlen. Da der Jahresverdienst im Durchschnitt nur 200 Dollar pro Familie beträgt können viele Kinder die Schule nicht besuchen. Durch Spendengelder können besonders leistungsstarke Schüler mittels Stipendien gefördert werden. Viele müssen die Schule aber abbrechen, weil sie das Schulgeld nicht bezahlen können. Daher mahnte Floribert Malemo auch die deutschen Kinder dankbar zu sein für die Schulbildung: „Es ist nicht selbstverständlich zur Schule gehen zu können. Daher seid dankbar und lernt, denn gute Bildung ist Grundlage für Freiheit und Wohlstand.“ Das dortige Abitur wird auch anerkannt, so dass die Jugendlichen auch an ausländischen Universitäten studieren können. Die Schule ist in drei Zweige unterteilt. In Latein/Philosophie, in Biologie und Chemie und in Wirtschaft können die Schülerinnen und Schüler die Hochschulreife erhalten.

Nationalsport der Menschen ist Fußball. Viele Schulteams tragen stolz die einheitlichen Trikots, die ebenfalls durch Spendengelder finanziert wurden. Besonders toll fand Maxime Sonett aus Dichtelbach, ebenfalls Fußballspielerin, dass es auch Mädchen-Teams am College Mwanga gibt.
Durch die Sternsingergelder wurden viele Projekte finanziert. 625 neue Schulbänke konnten angeschafft werden. Für 37.000 € wurden Schulbücher erworben, vor allem in den Fächern Latein und Englisch. 2014 konnten vier Klassenzimmer, in 2015 neun Klassenzimmer und zwei Büros renoviert werden. Zurzeit wird ein Gebäude speziell für den Chemie- und Biologieunterricht gebaut, das ebenfalls aus den Mitteln der Sternsingeraktion finanziert wird. 125.000 € wird für das Gebäude inklusive der Einrichtung benötigt.

Das College Mwanga ist eine Ganztagsschule. Mittags erhalten die Schüler ein Glas Milch und Beignets, das sind kleine Brötchen ähnlich dem deutschen Berliner. Auch hier waren die Pfarreiengemeinschaften Simmern und Rheinböllen aktiv. Eine alte Teigmaschine, gestiftet von der Bäckerei Steigerwald aus Rheinböllen, wurde wieder instandgesetzt und unterstützt nun die Mitarbeiter der Küche des College Mwanga beim Brötchenbacken. Vorher musste der Teig für die fast 2000 Schüler per Hand geknetet werden, so dass diese nach getanener Arbeit sehr müde waren. Die Teigmaschine läuft mit Sonnenkollektoren, die ebenfalls durch Spendengelder, diesmal aus Südtirol finanziert wurden.

Viele weitere Dinge wurden durch Spenden angeschafft, wie dem Bau einer Schultoilette. Problem hierbei ist, dass viele Kinder nicht wissen wie man eine Toilette benutzt, da sie zu Hause nur primitive Plumpsklos haben. So muss Floribert Malemo zu Schuljahresbeginn den neuen Schülern erst zeigen wie man eine Toilette benutzt.

Die Verantwortlichen wollen die nächsten Jahre weiterhin das College Mwanga in Goma durch die Sternsingeraktion unterstützen: „Für die Zukunft wäre es schön, wenn natürlich der Kontakt der Kinder aus Goma und dem Hunsrück gefördert wurde, beispielsweise durch Brieffreundschaften“, so der Pfarreienratsvorsitzende der Pfarreiengemeinschaft Markus Koch. Erfreulicherweise interessieren sich einige Kinder für eine Brieffreundschaft. Der gewünschte Nebeneffekt ist, das diese so ihre Fremdsprachenkenntnisse in Englisch und Französisch gleich praktisch anwenden können.
Mehr zu dem Sternsingerprojekt gibt es bei Markus Koch (Telefon 06766/732) oder unter der Homepage der Pfarreiengemeinschaft unter www.pfarreiengemeinschaft-rheinboellen.de