Webangebot der Pfarreiengemeinschaft St. Erasmus (Rheinböllen)


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Do, 16.02.2017

Rheinböllen - Viele Kulturen, eine Heimat

Flüchtlinge unter uns

sie leben unter uns - Flüchtlinge in Rheinböllen

sie leben unter uns - Flüchtlinge in Rheinböllen
Seit mehr als einem Jahr leben einige der vielen Menschen, die wegen des Bürgerkriegs aus ihrer Heimat flüchten mussten, bei uns in der Gemeinde. Sie kommen aus Syrien und Afghanistan.
Im allgemeinen funktioniert das Zusammenleben unserer heimischen Bevölkerung mit „den Flüchtlingen“ reibungslos und sehr freundlich. Hierüber sind wir sehr froh und allen Seiten dankbar. Leider gab es in letzter Zeit auch vereinzelte sehr unschöne Äußerungen und Verhaltensweisen gegenüber den Menschen, die bei uns Schutz suchen. Daher möchten wir, stellvertretend für viele Ehrenamtliche aus den Helferkreisen, noch einmal informieren und um Verständnis für die Situation unserer Flüchtlinge werben.

Es ist für sie nicht immer einfach, in unserem Kulturkreis anzukommen. Vieles erscheint fremd und unverständlich. Vieles muss neu gelernt werden. Die Sprache ist hierbei die größte Herausforderung, aber auch die wichtigste Voraussetzung für ein gelungenes Miteinander. Schon im Dezember 2015 wurde daher vonseiten der VHS mit den Deutschkursen begonnen. Diese Kurse sind verpflichtend.
In Zusammenarbeit mit den kommunalen Behörden der Verbandsgemeinde, der Kreisverwaltung, der Stadt, den Kirchen und den ehrenamtlichen Helfern wurde ein Netzwerk aufgebaut, das der Unterstützung der neu angekommenen Bürger dient.

Zwischenzeitlich gibt es neben den Deutschkursen einen Treffpunkt für alle interessierten Bürger, das „Café Freiraum“ in den Räumen der Kath. Pfarrgemeinde (Hintereingang Verbandsgemeindeverwaltung).

Wie sich die Situation verändert hat, können wir gut anhand des von uns begleiteten Hauses Am Guldenbach 60 beschreiben: Im Dezember 2015 waren im Haus Am Guldenbach vier Familien und 8 Einzelreisende, insgesamt 24 Menschen, untergebracht. Wir konnten diese Wohnsituation hautnah erleben, und waren häufig erstaunt, dass ein Zusammenleben unter diesen Umständen möglich ist. Trotz diesen schwierigen Wohnverhältnissen, gab es nie nennenswerte Konflikte.

Inzwischen gibt es viele Fortschritte. Die Kinder gehen zur Schule bzw. in den Kindergarten, lernen Schwimmen beim DLRG und spielen Fußball im Verein. Einige der jungen Erwachsenen haben die Anerkennung ihrer Schul- bzw. Studienabschlüsse erhalten oder bemühen sich um eine Lehrstelle. Sie lernen sehr konsequent für die Deutschprüfungen und sind bemüht, die Voraussetzungen für einen gelungenen Berufseinstieg zu schaffen. Viele der ursprünglichen Bewohner des Hauses sind mittlerweile in eigene Wohnungen umgezogen. Momentan leben noch zehn Personen im Haus. Wir erleben sie als gute Nachbarn und Mitbürger.

Unabhängig davon, ob wir mit der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung einverstanden sind oder nicht, ist es wichtig und notwendig, dass wir das Zusammenleben für uns alle zufriedenstellend gestalten. Hierzu gehört sicherlich, dass die Geflüchteten sich im Rahmen unseres Grundgesetzes bewegen. Umgekehrt gehört auch dazu, dass wir ihnen fair und vorurteilsfrei begegnen.

Viele Mitbürger vor Ort, in den Helferkreisen, den Kirchen, der Stadt und der Verbandsgemeinde machen gute Erfahrungen. Wenn es zu Missverständnissen oder Problemen im Zusammenleben kommt, muss gemeinsam nach Lösungen gesucht werden. Hierfür sind die Verbandsgemeinde und die Unterzeichner gern Ansprechpartner.

Martina Plenz-Günster, Bernadette Oberthür, Wolfgang Jöst