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Mo, 20.02.2017

Auch Pfadfinder können Fastnacht

Sechs Stämme der DPSG feierten Fastnacht in der Jugendkirche

Sechs Stämme der DPSG feierten Fastnacht in der Jugendkirche
Aus der Region kamen kostümierte Wölflinge, Jungpfadfinder und Rover zusammen, um Fastnacht zu feiern. Als katholischer Pfadfinderverband ist die deutsche Pfadfinderschaft St Georg (DPSG) auch den Brauchtümern verbunden. Mit einer bunten Party im crossport to heaven hatte der Stamm Sohren die anderen Stämme der Region willkommen geheißen. Bezirkskurat Clemens Fey hatte eine Busverbindung organisiert, die allen eine Anreise auf den Flughafen Hahn ermöglichte.

In der Region Rhein-Hunsrück-Nahe sind sechs Pfadfinder-Stämme der DPSG aktiv: Waldalgesheim, Kirn-Sulzbach, Rheinböllen, Sohren, Bad Kreuznach und Bingerbrück.

Zahlreiche Tanzspiele hatten die Sohrener vorbereitet, ein eigenes DJ- und Lichtteam zur Verfügung und für die Verköstigung Sorge getragen. So konnten die Kinder fröhlich durch die Räume tanzen, toben und spielen. Vom gesamten Programm war eines der Highlights die Luftballonfiguren, die Tatjana Weber produzierte. Die erwachsenen Betreuer schauten ihr interessiert über die Schulter, um ein wenig die Technik zu erlernen.

Den Kindern wurde im Vorfeld schon einiges über Fastnacht vermittelt. Fastnacht ist kein kirchliches Fest. Die christliche Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern war aber der Grund für die ausgiebigen Feiern. Bevor die Menschen auf Fleisch und Wein verzichten sollten, wollten sie noch einmal so richtig Spaß haben. Im Mittelalter feierten die Menschen nach dem Dreikönigstag Narrenfeste. Der Narr stellte die Dummheit und das Böse dar. Der Beginn der Fastnachtszeit geht auch auf das alte Bohnenfest zurück. Am Abend vor dem Dreikönigsfest aßen die Menschen den so genannten Königskuchen. Wer eine Bohne darin fand, wurde zum Bohnenkönig gekrönt und musste einen Maskenball ausrichten. Früher regierte ein Karnevalskönig ein Reich voller Narren, in dem Gott verleugnet wurde. Die Kirche duldete diese Narretei. Karnevalsfeste wurden sogar von manchem Papst, wie Papst Sixtus IV., mit Geld unterstützt und alle die mitmachten gesegnet. Außerdem wurde in den Kirchen und Klöstern ebenfalls kräftig gefeiert. Am Aschermittwoch musste aber alles vorbei sein. Die Fastenzeit wurde streng eingehalten. Den Kindern wurde bei den Geschichten rund um Fastnacht rasch klar, dass diese klare Trennung in eine Zeit des Feierns und des Maßhaltens heute nicht mehr so zutrifft. Im Laufe ihres Pfadfinderlebens lernen die Kinder und Jugendlichen auch viel über die Geschichte des Verbandes und über den Einsatz für andere Menschen in der Gesellschaft.

Erst 1929 schlossen sich Pfadfinderverbände zur Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) zusammen. Aus den anfangs 800 Mitgliedern werden in den 30er Jahren 9.000. „Die DPSG verbindet die Gedanken der Pfadfinderbewegung mit denen der katholischen Jugendbewegung und betont gleichzeitig Einfachheit, Naturverbundenheit, Wahrhaftigkeit sowie die Freiheit jugendlicher Gestaltungskraft. Außerdem bezieht die DPSG Erwachsene in die Arbeit ein. Sie nahmen auch damals schon Menschen aus allen sozialen Schichten auf.“, erklärte Bezirkskurat Clemens Fey die Hintergründe  der DPSG.  „Doch schon kurze Zeit später wurden sie im Dritten Reich verboten. Ab 1934 war das Tragen von Kluft, Banner und Abzeichen verboten, dem 1938 die Auflösung und das gänzliche Verbot der Pfadfinderbewegung  folgten.“

Die DPSG unterscheidet vier Altersstufen: Sieben- bis Zehnjährige heißen Wölflinge, Zehn- bis 13-Jährige Jungpfadfinderinnen und Jungpfadfinder. Zwischen 13 und 16 Jahren werden die Jugendlichen Pfadfinderinnen und Pfadfinder, zwischen 16 und 20 Jahren Roverinnen und Rover.
Die DPSG ist mit rund 95.000 Mitgliedern der größte katholische Pfadfinderverband und gleichzeitig einer der größten Kinder- und Jugendverbände in der Bundesrepublik.