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Mi, 14.06.2017

Die Welt nicht vor die Hunde gehen lassen

Bischof pilgert mit 500 Gläubigen zur Waldkapelle in Kisselbach

Bischof Ackermann vor der Fatima-Kapelle Kisselbach

Bischof Ackermann vor der Fatima-Kapelle Kisselbach
Kisselbach – In diesem Jahr gedenken die katholischen Gläubigen bei den Lichterprozessionen zur Kisselbacher Waldkapelle besonders der Marienerscheinungen im portugiesischen Fatima vor 100 Jahren. Prominentester Pilger war am 13. Juni der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann. Jeweils an einem 13. In den Monaten Mai bis Oktober im Jahr 1917 erschien den drei Hirtenkindern Lucia dos Santos und den Geschwistern Jacinta und Francisco Marto die Jungfrau Maria in Fatima. Bei diesen Marienerscheinungen wurden den Kindern drei Prophezeiungen offenbart. Der erste und zweite Teil beziehen sich vor allem auf die Vision der Hölle, der Verehrung des unbefleckten Herzens Marien, den zweiten Weltkrieg und der Oktoberrevolution in Russland. Im dritten Geheimnis wird das Attentat auf Papst Johannes Paul II am 13. Mai 1981 vorhergesagt. Durch dieses Ereignis wird die Gottesmutter Maria auch als Königin des Friedens bezeichnet und verehrt. Die Feierlichkeiten begannen zunächst mit einer Heiligen Messe in der St. Apollonia Kirche in Kisselbach, dann machten die Gläubigen sich auf dem Weg zum mitten im Wald gelegenen Marienheiligtum, ehe der Abschluss nochmal in der Kirche gefeiert wurde.

„So voll habe ich die Kirche noch nie gesehen“, schildert Philipp Wald seine ersten Eindrücke als er die zahlreichen Gläubigen in der überfüllten Kisselbacher Kirche sah. Der zwölfjährige ist einer von acht Messdienern, die bei der Lichterprozession ministrierten. Zu Beginn begrüßte Pfarrer Phu-Tho Mai aus Rheinböllen Bischof Ackermann, der gerade noch rechtzeitig von einer Konferenz in Bonn angereist kam, um mit den Gläubigen zu feiern. Weitere Konzelebranten waren Zisterzienserpater Anselm vom Kloster Nothgottes bei Rüdesheim und Diakon Clemens Fey. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Kirchenchor Kisselbach unter der Leitung von Heinz Vogel, Organist Mathias Henrich, Sascha Heinen und Kantorin Barbara Kaster.

Bischof Ackermann freute sich über die große Anteilnahme der rund 500 Pilger: „In dieser wunderschön geschmückten Kirche die durch die Sonne so hell erstrahlt ist, dürfen wir zusammen an diesem Abend feiern, das Wort Feierabend in seiner eigentlichen Bedeutung erfahren“, so der Trierer Oberhirte. Er bedankte sich bei Pastor Mai und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Lucia Schorn aus Kisselbach für die herzliche Einladung. Nach der Feier der Heiligen Messe zogen die Pilger singend und betend mit Kerzen zu dem über einen Kilometer entfernten Marienheiligtum. Die musikalische Gestaltung während der Prozession übernahm die Pfarrkapelle Lingerhahn unter der Leitung von Dirigent Frank Seeliger.

In seiner Ansprache ging Bischof Ackermann auf die Marienerscheinungen ein: „Die Marienerscheinungen von Fatima ist keine Kindergeschichte, die Botschaft ist eigentlich zu ernst für Kinder, denken wir an die Vision der Hölle, von Unglücken und Katastrophen. Wenn wir die Geheimnisse betrachten, wird uns ein Szenario des Schreckens geschildert“, so der Trierer Bischof. Maria wollte aber nicht erschrecken, sondern die Menschen aufrütteln: „Gott hat uns die Freiheit gegeben die Welt zu gestalten. Wir sollen uns nicht kleinmachen und ängstigen, nicht die Welt vor die Hunde gehen lassen, sondern wir sollen Verantwortung übernehmen“, so Ackermann in seiner Predigt. Der Bischof ging auch auf die aktuelle Situation in der Welt ein: „Die Botschaft von Fatima ist aktueller denn je, denken wir an den Terror des IS oder die Hungersnot am Horn von Afrika. Berührt uns das noch? Wir haben Verantwortung, denn das ist nicht weit weg, die Flüchtlinge sind vor unserer Haustür“, betonte Bischof Ackermann.

Nach dem Angelus-Gebet zogen die Gläubigen wieder zurück zur Kirche in Kisselbach. Dort empfingen die Pilger den sakramentalen Segen. Hier bedankte sich Pfarrgemeinderatsvorsitzende Lucia Schorn auch bei den vielen Helfern, die die Veranstaltung erst möglich gemacht haben, unter anderem der Freiwilligen Feuerwehr Kisselbach, dem Malteser Hilfsdienst Simmern, sowie dem eigens für diese Feier gegründeten Arbeitskreis „Fatimajubiläum“.
Die nächste Lichterprozession ist am Donnerstag, 13. Juli mit Militärpfarrer Marius Merkelbach, Saarlouis. Beginn ist um 19.00 Uhr mit einer Heiligen Messe in Kisselbach, anschließend Lichterprozession zur Waldkapelle. Mehr Informationen gibt es bei Lucia Schorn (0 67 66 / 408) und auf www.pfarreiengemeinschaft-rheinboellen.de .