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Do, 24.08.2017

Miteinander und Füreinander in Europa

Jugendliche aus vier Nationen verbringen gemeinsame Tage in Kroatien

Jugendliche aus vier Nationen verbrachten gemeinsame Zeit in Kroatien

Jugendliche aus vier Nationen verbrachten gemeinsame Zeit in Kroatien
Internationale Jugendbegegnungen sind seit Jahren fester Bestandteil des Jahresprogrammes der katholischen Jugend im Dekanat Simmern-Kastellaun. Erstmals fand sie dieses Jahr in Kroatien statt, an der Jugendliche aus dem Hunsrück, aus Marijampole in Litauen, aus Budapest und aus dem Bistum Sibenik teilnahmen. In einem gemeinsamen Zeltlager in Prvic, einer in der Adria gelegenen kleinen Insel, erlebten die Teilnehmer unvergessliche Tage.

„Wir haben zusammen gefeiert, getanzt und gesungen“, so fasste Mara Fieweger aus Kastellaun, die zehn Tage zusammen. Mit dem Flugzeug vom Flughafen Frankfurt-Hahn waren 20 Jugendliche aus dem Hunsrück  mit ihren Betreuern Clemens und Elisabeth Fey, sowie Markus Koch nach Zadar aufgebrochen. Dort wurden sie von Don Ante, dem Pfarrer von Vrpolje am Flughafen empfangen: „Es ist zur Zeit sehr heiß in Kroatien, daher haben wir momentan auch viele Waldbrände“. Der perfekt deutsch sprechende Priester ist in Frankfurt aufgewachsen und kennt daher die Gegend aus der die jugendlichen Teilnehmer kommen, sehr gut. Don Ante hat gemeinsam mit Diakon Clemens Fey das Programm für die gemeinsamen Tage erstellt. Mit dem Bus ging es dann nach Sibenik, wo es weiter mit der Fähre auf die Insel Prvic ging. Dort trafen die Jugendlichen dann die Teilnehmer aus Litauen und Ungarn, die bereits die Zelte für die Übernachtung aufgebaut hatten. Auf dem Berg Vitković der zu dem Gelände eines Klosters in Prvic gehörte, campierten die Jugendlichen. Insbesondere in den Morgen- und Abendstunden war dies ein herrlicher Aussichtspunkt auf die malerische Bucht der kleinen Insel mitten in der blauen Adria.

Kennzeichnend für die gemeinsamen Tage waren die vielen Begegnungen mit den Einheimischen. So gestalteten die Jugendlichen eine Rosenkranzandacht in einem Seniorenheim in Sibenik mit geistlichen Liedern aus ihren Heimatländern mit. Aber auch ein Unterhaltungsprogramm wurde dargeboten. Die Bewohner waren sichtlich erfreut über die Abwechslung in ihrem oft eintönigen Alltag, einige bedankten sich spontan ebenfalls mit musikalischen Darbietungen, einer holte sogar seinen Dudelsack hervor. Zu einem gemeinsamen Fest in der Pfarrei Maria Himmelfahrt in Vrpolje waren die Teilnehmer eingeladen. Dort berichteten, anstelle einer Predigt, die Teilnehmer von einer am Tage zuvor durchgeführten spirituellen Einheit auf der Insel Prvic. Anhand von vier Stationen in einer Kirche, am Hafen, in der freien Natur und auf dem Berg erzählten die Jugendlichen aus ihrem Glaubensleben oder wie ihre Zukunft aussieht: „Die Gläubigen meiner Pfarrei waren sehr beeindruckt, dass Jugendliche frei über ihren Glauben sprechen, noch Tage später erhielt ich Nachrichten per SMS oder What´s app von den Angehörigen meiner Pfarrei“, so der Pfarrer Don Ante. Hier waren die Jugendlichen auch eingeladen zu einem gemeinsamen Mittagessen, wo die Pfarrei kroatische Spezialitäten servierte. Hier wurden auch wieder Lieder dargeboten von den einzelnen Gruppen der vier beteiligten Nationen Ungarn, Litauen, Kroatien und Deutschland.

Auch der kroatische Unabhängigkeitskrieg gegen Serbien mitten der neunziger Jahre und die Zeit im Sozialismus war ein wichtiges Thema der gemeinsamen Jugendbegegnung: „Die schrecklichen Kriegsbilder aus den Unabhängigkeitskriegen im ehemaligen Jugoslawien sind für uns ältere immer noch präsent. Die Jugendlichen wissen aber kaum was über die damalige Zeit“, so Diakon Clemens Fey. So waren die Jugendlichen insbesondere von einem Zeitzeugenbericht eines ehemaligen Soldaten sehr beeindruckt, der sichtlich bewegt von seiner Vergangenheit berichtete. Dieser war als Sohn atheistischer Eltern in der Zeit des Kommunismus aufgewachsen und war auch verantwortlich für die Unterdrückung von Mitmenschen, die ihren katholischen Glauben lebten und auch den Sonntagsgottesdienst besuchten. Ein Schlüsselerlebnis war, als er im Krieg für Kroatien kämpfte, als er sah wie sich kroatische Soldaten vor dem Essen bekreuzigten. Von da an hat er sich mit dem Glauben beschäftigt und kam zur Überzeugung, dass es einen Gott gibt. Daher hat er sich auch 1998 taufen lassen. Seit dieser Zeit hat er kaum eine Sonntagsmesse verpasst und ist ein aktives Mitglied in der dortigen Pfarrei. Aber auch beim Besuch in dem alten Dorf Mala Cista, dass überwiegend von Serben bewohnt war, wo man heute noch die Spuren des Krieges, insbesondere der zerstören Häuser mit den vielen Einschusslöchern, sehen kann, informierten sich die Teilnehmer über die Kriege im ehemaligen Jugoslawien . Beim Besuch der Pfarrei St. Petrus in Sibenik wurde von dem dortigen Pfarrer berichtet, der trotz des Krieges regelmäßig dort die Heilige Messe feierte, obwohl viele seiner Glaubensbrüder zum Bischof in Sicherheit geflüchtet waren.

Auch das Besichtigungsprogramm kam nicht zu kurz. So besuchte man auch die Klosterinsel Visovac, wo auch viele Karl-May-Filme gedreht wurden und war beeindruckt von der reichhaltigen Geschichte der zweitgrößten Stadt Kroatiens Split, wo auch die Games of Thrones Filmserie gedreht worden ist.

Charakteristisch für diese Jugendbegegnung war auch das gemeinsame Kochen. Jugendliche aus den vier Nationen bereiteten die Mahlzeiten vor. So lernten die Teilnehmer auch das ungarische Nationalgericht Letschi kennen.

Traditionell beendet werden diese Jugendbegegnungen mit einem gemeinsamen Kultabend am Tag vor der Abreise, an der die Teilnehmer gemeinsam singen, spielen und tanzten.
Auch im nächsten Jahr wird wieder eine Jugendbegegnungsmaßnahme durchgeführt. Neben gemeinsamen Tagen im Hunsrück, an der die ausländischen Gäste in Gastfamilien untergebracht werden, soll es auch ein gemeinsames Zeltlager in Mecklenburg-Vorpommern geben. Mehr Informationen gibt es bei Diakon Clemens Fey unter 06543/2020.