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Do, 31.08.2017

Der glutenfreie Leib Christi?

Glutenunverträglichkeit ist häufig in Europa. Doch Hostien müssen, damit sie gültig sind, Weizenmehl, also Gluten, enthalten. Diese Ausnahmen kennt das Kirchenrecht, um die Kommunion zu empfangen.

Woraus besteht eine Hostie?

Die Inhaltsstoffe einer Hostie sind durch das Kirchenrecht genau vorgegeben:
Das Brot muss aus reinem Weizenmehl bereitet und noch frisch sein, so dass keine Gefahr der Verderbnis besteht. (CIC Can. 924 §2)
Hostienbäckereien müssen sich an diese Regel halten. Nur dann können sie für die Feier der Eucharistie die sogenannte "gültige Materie" herstellen. Das bedeutet aber auch, dass Hostien zwangsläufig immer Gluten enthalten müssen.

Das heißt, Zöliakiepatienten können keine Hostien kommunizieren?

Doch. Die meisten Hostienbäckereien stellen glutenarme Hostien her, die auch nach dem Kirchenrecht gültige Materie sind. Das ist der Fall, wenn die Zubereitung des Brotes ohne fremdartige Zusätze möglich ist. Diese Hostien haben einen sehr geringen Glutenanteil (unter 20ppm) und dürfen nach dem Lebensmittelcodex der Europäischen Union daher als "glutenfrei" gekennzeichnet werden. Bereits 1996 hat die Deutschen Bischofskonferenz solche Hostien aus Weizenstärke für die glutenarme Variante empfohlen.

Und wie funktioniert das dann im Gottesdienst?

In unserer Pfarreiengemeinschaft sind wir jetzt auch auf Zöliakiepatienten eingestellt. In unseren Kirchen sind glutenarmen Hostien zum Beispiel immer vorrätig. Wer nur eine solche verträgt, kann sich dort vor dem Gottesdienst in der Sakristei melden. Im Tabernakel befindet sich zusätzlich immer ein separates Gefäß mit glutenarmen Hostien, damit diese nicht mit anderen in Berührung kommen und somit möglicherweise kontaminiert werden.

Aber wenn jemand nun gar kein Gluten verträgt?

Komplett glutenfreie Hostien sind nach dem Kirchenrecht nicht gültig. Doch auch hier ist der Kommunionempfang durchaus möglich, zwar nicht in der Gestalt des Brotes sondern im Wein.
Die Kongregation für Glaubenslehre hat sich bereits 2003 ausführlich mit Personen beschäftigt, die "aus schwerwiegenden Gründen kein normales Brot" zu sich nehmen können. Sie erlaubt Gläubigen, die an Zöliakie leiden und deshalb nicht "unter der Gestalt des Brotes, auch nicht des Brotes mit wenig Gluten" kommunizieren können, die Kommunion unter der Gestalt des Weines zu empfangen.