Webangebot der Pfarreiengemeinschaft St. Erasmus (Rheinböllen)


Hauptinhalt


Wendelinuskapelle Pleizenhausen

Die Wendelinuskapelle in Pleizenhausen

Die Wendelinuskapelle in Pleizenhausen
Küster:          Anneliese Eisenbach
 
Organist:         Alfons Pulcher

Die 1772 erbaute Kirche ist eine dreiseitig geschlossener Saalbau mit Dachreiter. An der Eingangsseite steht die Jahreszahl 1772 und ein steinernes Kreuz mit Kruzifixus. Die Ausstattung im Innern ist aus der Erbauungszeit. In den Aufsätzen des Hochaltares und im Seitenaltar befinden sich Gemälde von Anton Schmitz aus Zell von 1776 mit dem Heiligen Wendelin als Abt von Tholey, als Schutzherr über Flur und Vieh und als Pestpatron. Die Mensaverkleidung sind ebenfalls bunt bemalt. Erneuert wurden die Bilder 1936. Die Kanzel steht auf der linken Seite. Die bunten Glasfenster stellen dar: Kreuzigung, Kreuzabnahme, St. Borromäus, St. Nikolaus, St. Josef und St. Wendelinus.  Die kleine Glocke wurde 1966 gegossen.

Am Wendelinustag, dem 20. Oktober, fand bis zum Anfang der fünfziger Jahre, eine Wallfahrt zur Kapelle in Pleizenhausen statt. Die Errichtung der Kapelle geht auf folgende Begebenheit zurück. Auf dem Hunsrück grassierte eine Viehseuche, nur noch wenige Dörfer, darunter Pleizenhausen waren noch nicht von der Seuche erfaßt. Deshalb beteten die Pleizenhausener zum Heiligen Wendelinus, dem Schutzheiligen des Viehs und der Hirten, dass ihr Vieh von der Seuche verschont werden solle. Weil in Pleizenhausen die Seuche nicht ausbrach, baute man aus Dank die Wendelinuskapelle, die dann zu einem Wallfahrtsort wurde. An diesem Tag wurde auch das Vieh in Pleizenhausen gesegnet.

Eine Pleizenhausenerin schilderte den Ablauf des Wendelinustages folgendermaßen: „Um sechs, acht un zehn war Kerch, do is das Levitehochamt gelees wor. Alles war voll, die Leit hon noch vor de Kapell gestann. Dann war ach noch in Krammarkt, Kerze und Rosekränz konnt man do kaafe. Die Leit sin vun weit herkomm, zum dääl baarfuß. Die Verwandte sin ach kumm, zum Kaffee. Kaffee war das Haupte. Die Häuser ware voll, un in den Wirtschafte war großer Betrieb.
Die Gastwirtschaften wurden von den Wallfahrern aufgesucht, die keine Verwandten im Ort hatten. Auch dort gab es Kaffee und Kuchen.

In seinen Erinnerungen schreibt Adam Müller: Das Wendelinusfest wurde früher (um 1880) viel festlicher begannen wie jetzt. Es waren immer vier oder fünf Geistliche da. Auch waren dann immer vier oder fünf Stände da mit Kerzen, Rosenkränzen und sonst noch allerhand Andachtsgegenständ.
Heute wird meist am Sonntag nach dem Gedenktag des Heiligen Wendelinus gefeiert, da die Frauengemeinschaft Rayerschied, an diesem Tag das traditionelle Wendelinusfest ausrichtet.